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 Das Pulkautal im Weinviertel


Eine Autostunde nördlich von Wien entfernt erstreckt sich das Pulkautal malerisch entlang der tschechischen Grenze. Es hat nichts vordergründig spektakuläres, es ist ein breites Tal mit einem kleinen Bach, die Pulkau. Diese aber hat es in sich: was schon der Name sagt, "Pulkau" kommt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie "die Anschwellende". Bei starken Regengüssen und der Schneeschmelze trat der Bach früher sehr leicht aus seinem Ufer. So wurde die Pulkau in den 70er-Jahren in ein strenges, gerades Bett verfrachtet. Heute tut es den Menschen hier, in einer der trockensten Gegenden Österreichs, leid, und es gibt Bemühungen, den Flussverlauf wieder natürlicher zu gestalten.

Einst …
Das Pulkautal ist uraltes Grenzgebiet, vor hunderten Jahren heiß umkämpft. Liest man alte Chroniken so wechseln Plünderungen mit Unwettern, Missernten, Seuchen und anderen Katastrophen. Durch das Entstehen der Habsburgermonarchie kam es zu einem regen ertragreichen Grenzverkehr, der nach 1945 durch den Eisernen Vorhang abrupt gestoppt wurde. Nicht nur durch diese Randlage, vielleicht auch durch die etwas sture Art der Bevölkerung, hat sich hier, die längst ausgestorbene ui-Mundart am längsten erhalten: Kui (Kuh), Bui (Bub). Heute ist man, dank schneller Verkehrsmittel, an die Großstadt angeschlossen, und die Sprache musste sich anpassen: das ui gilt als besonders bäuerlich und ist längst nicht mehr en vogue.

… und jetzt
Vieles ist heute anders, doch wer ins Pulkautal reist, ein wenig Gespür mitbringt, sich nicht aufdrängt und ein wenig in die Menschen hineinsehen kann, der wird sie noch entdecken, diese eigene Pulkautaler Art, die uns von den Menschen ringsum doch ein wenig unterscheidet. - Alfred Komarek zählt zu diesen Menschen: Als passende Reisevorbereitung für das Pulkautal empfehlen wir seine Kriminalromane von Inspektor Polt, die im Pulkau- respektive Wiesbachtal handeln.